Informativer Ausflug der Altersabteilung der FFW Oberrot nach Mannheim mit Schiffahrt und gemütlichem Ausklang am Do. 12.7.2018


Nachdem pünktlich 6.00 Uhr beim Sportplatz in Oberrot u. kurzem Stopp an
versch. Punkten in der Gemeinde der Bus der Fa. Kübler startete, gab es auf
der A 81 mehrere Staus aufgrund von Baustellen und 1 Unfall, wodurch das bei
der Raststätte Hockenheim geplante zweite Frühstück, etwas gekürzt wurde.

Benno Wieland, als Leiter der Altersabteilung war es eine Freude 33
Mitfahrerinnen u. Mitfahrer sowie sein bewährtes Team an Bord wieder
begrüßen und das Reiseprogramm und den Ablauf vorstellen zu können.

Nahezu pünktlich erreichte der Reisebus der Fa. Kübler 9.45 Uhr das
Omnibuswerk der Fa. Mercedes Benz in Mannheim. Die Gruppe wurde von 2
langjährigen Mitarbeitern, nach einem Info Film im Besucherzentrum im Werk,
ausgestattet mit Kopfhörer und Schutzbrille in 2 Gruppen durchs Omnibuswerk
geführt. Die Teilnehmer- und Teilnehmerinnen erfuhren und sahen die
Herstellung eines kompletten Stadtbusses von den ersten Stahlteilen bis zur
Abnahme und Auslieferung. DB ist der einzige Bushersteller, der noch in
Deutschland produziert aber auch Zulieferfirmen in der Türkei, Spanien und
Frankreich hat.

Karl Benz hat 1886 das erste Automobil mit 0,88 PS Leistung erbaut. 1995 den
ersten Omnibus mit 8 Sitzplätzen. 1926 folgte die Daimler Benz AG, daraus dann
Mercedes Benz und 1937 der Beginn der LKW Produktion.

1951 erfolgte die Konzentration der Busproduktion in Mannheim.Der LKW-Bau
verlagerte sich nach Wörth. 1995 wurde die EVO-Bus AG gegründet die in
Mannheim beim Stadtbus 3 450 Mitarbeiter und in Ulm beim Reisebusbau –
Karossen entstehen aber für alle Busse in Mannheim – und in Ulm 3 850
Mitarbeiter hat. Das Werk entstand auf der grünen Wiese im Waldhof und ist 1
qkm groß. Mittlerweile ist es eingerahmt von 2 Bahnlinien links und rechts
sowie Straßen und nicht mehr erweiterungsfähig. Erschwerend kommt hinzu,
dass Teile des Werks denkmalgeschützt sind und nur unterhalten aber nicht
verändert werden dürfen. Neben Bussen ist auch dort der LKW- Motorenbau von
DB zuhause, wo jährlich etwa 400 Tsd. Motoren gebaut werden, davon werden
65- 70 % in LKW und Busse, Unimog etc. und der Rest in der Industrie
verbaut. Die Mannheimer verstehen sich in der Gruppe jedoch noch immer als
Benzler, nach Karl Benz.

Beim Rundgang wurde die Herstellung des Rahmes, dessen Lackierung und danach
der Auf- und Ausbau gezeigt. Die Karossen für Reisebusse gehen nach der
Herstellung nach Ulm und werden dort weiter ausgebaut und ausgeliefert. Dies
sind ca. 35-38 Fahrzeuge täglich, die mit der Bahn nach Ulm geliefert
werden. City- oder Stadtbusse werden ganz in Mannheim hergestellt.

Die Fahrzeuge erhalten 10 Jahre Korrosionsschutzgarantie und werden nach den
individuellen Wünschen der Kunden gefertigt. Deshalb ist eine hohe
Fertigungstiefe vor Ort und viel handwerkliches Können der Arbeiter sowie
eine hohe Motivation gefordert. In 10 – 15 Jahren soll jedoch der
Robotereinsatz intensiviert werden. Interessant ist, dass derzeit bereits
50-60 % im Automobilbau noch mechanisch erfolgt und beim LKW- und Busbau
dies aber 90 % sind. Die Arbeiter arbeiten seit 1995 in Gruppenarbeit, je
nach Aufgabe zwischen 5 und 18 Mann, sehr erfolgreich. Sowohl die
Fehlerquote als auch Unfälle haben sich dadurch erheblich reduziert und die
Qualität wurde gesteigert. Etwa 30 % des Lohnes werden durch diese Faktoren
bestimmt. Auch wurde die Zulieferung von just in time auf just in Sequenz
umgestellt mit einer Lieferzeit zwischen 2- und 3 Stunden und 1 – 3 Tagen,
was auch die Zulieferer entlastet.

Montagebänder mit direkt daneben stehenden erforderlichen Materialien
erleichtern die Arbeit. Trotzdem arbeiten in der Fertigung nur ca. 8 %
Frauen und diese weitgehend im Innenausbau. Eine Steigerung von jährlich 4 %
Erhöhung ist jedoch erklärtes Betriebsziel.

Von der Seitenwandfertigung mit täglich 10 -18 Bussen vom City- bis zum
Gelenkbus, wo auch Schweißroboter eingesetzt werden, ging es an der
Lackierung vorbei sowie der daneben liegenden betrieblichen Teststrecke, zum
Innenausbau. Von der Bodengruppe, wo teilweise auf 2 Ebenen gleichzeitig
gearbeitet wurde, bauen die Arbeiter bis zu 60-80 Bauteile neben
umfangreichen Zusatzbauteilen und Kabeln ein. Die Citybusse haben je nach
Anforderung zwischen 320 und 650 PS. Kleinere Ausführungen zwischen 160 und
380 PS. Interessant ist auch die Preispalette, die von 200-250 Tsd. € beim
City Bus bis zu 300- 350 Tsd. Elektrische Busse kosten das 2 – 2,5fache
derzeit noch. 15 sind derzeit in der Erprobung, aber es liegen bereits
erhebliche Bestellungen mit z. B. je 35 von Berlin u. Augsburg vor.

Reisebusse kosten je nach Ausstattung zwischen 350 und 650 tausend €. Vom
Beginn der Herstellung mit der Bodengruppe bis zur Auslieferung dauert es in
der Regel 20 -22 Arbeits-tage. Früher waren dies noch über 48 Tage. Während
in Mannheim im Werk in den 80ziger Jahren noch über 16 000 Mitarbeiter im
Motoren- und Busbau tätig waren, sind es jetzt durch Rationalisierung nur
noch 8 500 wovon rd- 5 500 in der Produktion und 1500 als Angestellte in der
Verwaltung tätig sind. Ca. 4500 arbeiten im Omnibusbau, der einen wichtigen
Faktor in Mannheim neben dem Motorenbau darstellt.

Mit einem Rundgang durch die Endfertigung und die Kundenabnahme mit TÜV
endete die ao. interessante Werkführung, die einen Omnibus von Beginn bis
Fertigstellung und dessen Entstehung zeigte, was viele zum ersten Mal sehen
konnten.

Nach einem guten Mittagessen mit selbstgebrautem Bier in der
Brauereigaststätte Eichbaum ging es weiter zur Schiffsanlegestelle in
Heidelberg. Das Schiff Schloss-Alt-Heidelberg fuhr in Heidenheim, vorbei am
alten Schloss- Ruine -, vorbei am Kloster Haarlass- wo alle Mönche Haarlos
waren, durch mehrere Schleusen. Im Neckar, der mit 367 km Länge von der
Quelle bis zur Mündung in den Rhein, auf rd. 160 Km ab Plochingen schiffbar
ist, überwinden 27 Schleusen einen Höhenunterschied von immerhin 160 m.
Vorbei an der als Fischerdorf gegründeten Siedlung Neckargemünd sowie
Dieblisberg mit 4 Burgen, erreichte das Schiff- wegen Wartezeit an der
Schleuse mit 30 Min. Verspätung – den Zielort Neckarsteinach, wo der Bus der
Fa. Kübler die Gruppe bereits erwartete. Nach einem Gruppenfoto, ging die
Fahrt über das Tunnel bei Hirschhorn- eine Hessische Enklave- im Neckartal
weiter durch den Odenwald, wo die größten Weißtannen Deutschlands wachsen.
Ebersbach, Burg Zwingenberg mit dem Katzenbuckel als dem höchsten Punkt im
Odenwald, vorbei erläuterte der Busfahrer Richard Kübler Sehenswürdigkeiten,
wie das stillgelegte Kernkraftwerk Obrigheim, die Burgen Horn- und
Guttenberg sowie die in alten Gipsbrüchen eingebauten Depots der Bundeswehr
vor Gundelsheim mit der Burg Horneck.

An Wimpfen vorbei mit der Jagst- und Kochermündung in den Neckar bei
Bad-Friedrichshall erreichte der Bus die Autobahn – diesmal ohne
nennenswerten Stau. Am beeindruckenden Audi- und Salzbergwerk vorbei, war
der Bus um 18.50 Uhr im Ausklangsziel Hößlinsülz Gasthaus Linde angekommen.
Nach einer guten Stärkung und guten Gesprächen, trat die Altersabteilung die
Heimfahrt an.

Auf der Heimfahrt dankte Reiseleiter Benno Wieland allen Teilnehmern und
stellte fest, dass der günstige Fahrpreis durch Spenden anl. von runden
Geburtstagen von Mitgliedern, möglich war. Wegen des derzeit laufenden
Umbaus des Gerätehauses ist die Örtlichkeit für die Weihnachtsfeier, die auf
jeden Fall stattfindet, noch zeitnah zu klären. Ggfs. findet auch eine
Halbtagesfahrt zur Besichtigung des Müllheizkraftwerks der Stadt Stuttgart
statt, eine weitere Brauereiführung ist in Vorbereitung und weitere Termine
stehen an, so der Reiseleiter unter Zustimmung der Reisegruppe,
abschließend.

Namens der Reisegruppe bedankte sich G.M.Mayr bei Benno Wieland und seinem
Team, allen voran seine Ehefrau und Busfahrer Richard Kübler. Sowohl
Vorbereitung, Einladung, Information vor und während der Fahrt, als auch die
Durchführung waren professionell und bestens. Damit war der Applaus der
Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Verantwortlichen sicher. Die
Reiseteilnehmer waren mit dem Erlebten mehr als zufrieden und freuen sich
schon jetzt auf den nächsten Ausflug und die nächsten Termine zur
Kameradschaftspflege.