Geschichte


Feuerwehr Oberrot

Vorgeschichte

Bekanntgabe einer Lokalfeuerlöschordnung – Verhandelt am 18. September 1847.

Vorbemerkung

Die Gemeinde Oberrot ist auf 25 Parzellen einschließlich des Hauptortes zusammengesetzt und diese Parzellen bestehen aus Weilern, Höfen undeinzelnen Häusern, die bis auf eine starke Stunde vom Hauptdorf entfernt sind. Die Lage ist bergigund waldig. Daher muss bei der Entfernung einer Feuerlöschordnung die geografische Lage abgegeben werden wonach man sich auch unter möglichster Einhaltung der Generalverordnung vom 20. März 1808 gerichtet hat.
„Unter heutigem hat man vorherstehende Lokalfeuerlöschordnung der ganzen Bürgerschaft ihrem ganzen Inhalte nach publiziert und den betreffenden Personen wie der Flüchtungsmannschaft, den Spritzobleuten, Spritzenmeistern und Rottenmeistern Auszüge und Verzeichnis zugestellt.“

Zur Beurkundung

Gemeinderat: Schultheiß Frasch, die Gemeinderäte Seeger, Wied, Noller, Grau, Niebel.
Diese Lokalfeuerlöschordnung bestand aus 66 Paragraphen. Sehr eingehend wurde darin über die Bedienung der Spritze, das Feuerlöschwesen, Verhalten auf dem Brandplatz und dem Vorgesetzen gegenüber, Strafen bei Trägheit und Genuss von Alkohol berichtet.
Besonders erwähnenswert ist auch die Wasserförderung bei einem Brand, wonach u. a. auch starke Weibspersonen mit ihren Gölten (Waschzuber) zuerscheinen haben.
Bemerkenswert ist die Anschaffung einer Feuerspritze laut Amtsversammlungsbeschluss vom Februar 1833, welche dann am 1. März 1834 in Gaildorf abgeholt wurde und Oberrot für sämtliche Rottalgemeinden als Stationierungsort gewählt wurde. Im Jahre 1852 wurde die Feuerwehr in Oberrot in drei Gruppen (Rotten) eingeteilt. Spritzenkommandant war der damalige Rosenwirt Unger. Eine besondere Gruppe war zur Rettung der Registraturen unter der Direktion der zwei ältesten Gemeinderäte aufgestellt.

Gründung

In der Ausgabe „Deutsche Feuerwehrzeitung“ vom 25. September 1863 – IV. Band Nr. 39 erschien die offizielle Mitteilung der Dorffeuerwehr in Oberrot, Oberamt Gaildorf.
Aus einem Schreiben vom 7. August 1863 ist folgendes zu lesen: „Beehrt man sich die Akten über die Errichtung einer Feuerwehr in der hiesigen Gemeinde gemäß Ministerialerlasses vom 19. März 1849 vorzulegen“.
Bei der Einteilung der Stammliste vom 4. August 1863 war auch Kommandant Stäbler von Gaildorf anwesend, die vorangegangen Wahlen fanden am 26. Juli 1863 statt. Die noch vorliegenden Akten erlauben einen genauen Einblick in die damalige Lage und weiteren Aufbau der Feuerwehr.

Infolge Durchführung der neuen Feuerlöschordnung vom 7. Juli 1885 wurde durch Beschluss der Bürgerlichen Kollegien am 18. Juli 1886 die Feuerwehr in eine Pflichtfeuerwehr umgewandelt. Die damalige Aufstellung ergab in der Gemeinde Oberrot 8 Züge mit zusammen 180 Mann. Mit dem Jahre 1890 endet leider die vorbildlich geführte Feuerwehrgeschichte.

Die Akten über die folgende Zeitspanne zum ersten Weltkrieg – die Nachkriegszeit – und der Zweite Weltkrieg sind leider nicht mehr auffindbar. Nur spärliche Anwesenheitslisten erlauben einen kleinen Einblick in die damalige Tätigkeit. So ist aus einer Übung vom 7.
Juni 1933 mit 4 Zügen eine Gesamtstärke von 160 Mann ersichtlich. Es war damals eine gemischte Feuerwehr. Der freiwillige Zug mit Stab in Oberrot, die Züge I – III waren in der Pflichtfeuerwehr (Teilorte Ebersberg – Hohenhardtweiler – Wolfenbrück).
Eine weitere Hauptübung war am 2. Juli 1935 am sogenannten Feuersee mit Wasserentnahme und den sonst vorhandenen Geräten. Kommandant von 1925-1933 war Kaufmann Ernst Altdörfer, sein Nachfolger wurde Gipsermeister Friedrich Dietrich,
der die Wehr bis 1945 leitete. Dessen Nachfolger war Theodor Müller bis 1947, welcher sein Amt an Schreinermeister Gustav Müller übergab.

Erwähnenswert sei hier noch die Aufstellung der Gruppe Mädchenfeuerwehr in den Jahren 1943 – 1945, bestehend aus den Jahrgängen 1924 und 1925. Nach Aussage einer Teilnehmerin hätte sie an der Ausbildung viel Spaß gehabt. Zum Einsatz kamen sie jedoch nicht.

Im Jahre 1948 erfolgte unter den damals schwierigen Umständen die Anschaffung eines TLF 15 von der Firma Magirus. Mit diesem Fahrzeug wurden auch verschiedene Einsätze außerhalb der Gemeinde geleistet. Im Jahre 1956 wurde das Ehrenamt des Komman-
danten in jüngere Hände gelegt. Nachfolger wurde Schreinermeister Fritz Oesterle, der dieses Amt bis zum Jahr der Gemeindereform 1971 übernahm.

Außer verschiedenen Brand- und Hochwassereinsätzen ist auch die Anschaffung eines LF 8 im Jahr 1962 zu nennen. Als wichtiges Datum ist noch zu erwähnen die Kommandantenversammlung am 5. Oktober 1957 in Murrhardt bezüglich Brandschutz
im Luftschutzhilfsdienst. Am 21. Februar 1963 erfolgte die erste „Verpflichtung“ zum Luftschutzhilfsdienst (LSHD), es waren
dies die Kameraden Egon Altdörfer, Ernst Koch und Erwin Moll. Später kamen weitere Feuerwehrwehrmänner hinzu. Obwohl diese Aufstellung anfänglich in der Wehr etwas Unruhe hervorrief, hatte dies auch mit Übernahme eines TLF 8 seine gute Seite, das uns 12 Jahre dann wertvolle Dienste leistete. Das Fahrzeug in Oberrot zählte zum 2. Zug der 21. LS-Bereitschaft Backnang, Zugführer war Ernst Koch. Im Zuge der Gemeindereform entstand dann auch die Gesamtwehr Oberrot mit der Abteilung Oberrot mit Teilorten und der Abteilung Hausen/Rot.

Die Kommandanten und ihre Stellvertreter von 1945 bis heute
Kdt. Theodor Müller     1945–1947
Kdt. Gustav Müller     1947–1956
Kdt. Fritz Oesterle Stv. Kdt. Heinrich Benz   1956–1971
1971 Eingemeindung mit Hausen
Kdt. Horst Kamptmann Stv. Kdt. Jürgen Wieland   1971–1973
Kdt. Jürgen Wieland Stv. Kdt. Ernst Koch   1973–1984
Kdt. Dieter Kraft Stv. Kdt. Ernst Koch   1984–1993
Kdt. Dieter Kraft Stv. Kdt. Ewald Wurst   1993–2008
Kdt. Ewald Wurst Stv. Kdt. Jürgen Möller   2008–2009
Kdt. Ewald Wurst Stv. Kdt. Alexander Klenk   2009–2014
Kdt. Ewald Wurst Stv. Kdt. Marcel Wurst   2014–heute

Abteilung Hausen

Die Geschichte der Feuerwehr Hausen lässt sich nach bisher vorliegenden Unterlagen auf das Jahr 1886 zurückverfolgen. Die Pflichtfeuerwehr bestand damals aus vier Zügen und war wie folgt aufgeteilt:

Steigerzug 12 Mann, Zugführer Hugo Emberger, Spritzenmannschaft 24 Mann, Zugführer und Spritzenmeister Josef Schwenger, Wassermannschaft 24, Mann Zugführer Anton Stöcker, Wachmannschaft 24 Mann, Zugführer Johannes Hirsch, Hornist war Franz Ohms.

Erster und langjähriger Kommandant war Ratschreiber Bartholomäus Knupfer, sein Stellvertreter war Steigerführer Hugo Emberger.

Erstaunlich für die damalige Zeit war eine Gesamtübung der Wehren aus Hütten, Oberrot, Fichtenberg und Hausen am 21. September 1889 in Oberrot. Aus den teils gut erhaltenen Rapportbüchern ist über die Tätigkeit in der Feuerwehr ein klares Bild zu erhalten, auch die Einsätze bei Bränden und sogar eine Hilfeleistung (Bergung) können daraus entnommen werden. Aus einer Eintragung von 1899 ist folgendes zu lesen: „Brandfall an dem Hause des Johann Bauer, Weber in Hausen, mit Niederbrennung des ganzen Gebäudes endigend“.

Der Bau der Wasserleitung im Jahre 1912 war für die Feuerwehr ein bedeutsamer Fortschritt. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm 1920 Anton Knupfer die Wehr, seine Tätigkeit als Kommandant dauerte bis 1945. Die personelle Besetzung von 1920 zeigt folgende Aufstellung:

Kdt. Stellvertreter und Steigerzugführer Cornelius Ohms

Zugführer der Spritzenmannschaft Viktor Strehle

Zugführer der Hydrantenmannschaft August Reber

Im Jahre 1931 hatte die Wehr noch eine Gesamtstärke von ca. 80 Mann, aus einem Satzungsbuch von 1936 ist eine Personalminderung infolge eingeführter Neugliederung zu erkennen.

Die Kommandanten der Nachkriegsjahre  
August Zöller bis 1946
Edmund Feil 1946–1949
Karl Bader 1949–1955
Robert Lackner 1959–1971
Vincenz Schwenger Stv. Kommandant (1956–1971)
Abt.-Kommandanten (seit Eingemeindung)  
Ansgar Moser 1971–1976
Vincenz Schwenger 1976–1983
Eduard Knupfer 1983–1995
Michael Rauscher 1995–2005
Bernd Fritz seit 2005

Jugendfeuerwehr

Die Oberroter Jugendfeuerwehr blickt mittlerweile auf eine über dreißigjährige Geschichte zurück.

Begonnen hat alles 1979, aufgrund Personalmangels wurde eine Jugendfeuerwehr gegründet. Anfangs von vielen noch als überflüssig betitelt und von von vielen Feuerwehrmännern als überflüssig bezeichnet hat sich die Jugendfeuerwehr innerhalb eines Jahres einen hohen Stellenwert erkämpft und bei der Bevölkerung in der Gemeinde und im Landkreis für viel ansehen gesorgt

Seit über 30 Jahren wird den Jugendlichen beigebracht mit den Gerätschaften der Feuerwehr umzugehen. Dabei steht die Kameradschaft und der Spaß im Vordergrund. Was auch immer gelang, denn die Jugendlichen kommen immer fleißig zu ihren Diensten sind mit vollem Eifer bei der Sache.

Zu den Diensten der Jugendfeuerwehr die in einem Rhythmus von zwei  Wochen stattfinden  besucht die Jugendfeuerwehr zudem das jährlich stattfindende Jugendfeuerwehrkreiszeltlager, sowie den Leistungsmarsch und den Walter-Klenk Pokal. Badeausfahrten und Nistkästen aufhängen gehören ebenfalls zu dem ständig wechselnden Programm, das Daniel Henninger mit seinen Helfern vorbereitet.

Es ist auch zu sehen dass die Jugendarbeit Früchte trägt, so kommt Kommandant Ewald Wurst aus der zwölfköpfigen Gründungsgruppe von 1979. Ebenfalls wurden im Laufe der bereits über 30-jährigen Jugendfeuerwehrgeschichte sehr viel Feuerwehrmänner und seit 2009 auch die ersten zwei Feuerwehrfrauen in die aktive Wehr aufgenommen zudem sind einige Führungskräfte ehemalige Jugendfeuerwehrmänner.
Die Jugendfeuerwehr Oberrot hat sich in der Vergangenheit einen guten Namen erworben. Es hat sich gezeigt, wie wichtig die Entscheidung  zur Gründung einer Jugendwehr war. Wir können damit den Erfordernissen unserer Feuerwehr gerecht werden, und für einen sehr gut ausgebildeten Nachwuchs sorgen.

Zu danken ist der aktiven Wehr für deren Unterstützung sowie vor allem der Gemeinde Oberrot, die für die Belange der Jugendfeuerwehr stets ein offenes Ohr hat.

 

Ehrenkommandanten & -mitglieder

Dieter Kraft Gesamtkommandant (1984–2008)
Günter Mayr Bürgermeister (1972–1996)
Werner Strack Bürgermeister (1996–2012)
Erwin Moll Gerätewart (1959–2006)
Benno Wieland